Pocken, die

Bei den P. (früher auch Blattern, lat. variola) handelt es sich um eine Virusinfektion. Die Krankheit, die meistens tödlich verläuft, offenbart sich durch Fieber und Pustelbildung fast am ganzen Körper. Überlebende tragen die charakteristischen Pockennarben und bleiben nicht selten blind, taub oder tragen Hirnschäden davon. Die Einschleppung der P. in die neue Welt gilt heute (neben anderen Krankheiten und der überlegenen Bewaffnung der Europäer)  als eine Ursache des Unterganges der Maya-Zivilisation und der Unterwerfung der nordamerikanischen Ureinwohner. Der englische Arzt Edward Jenner entwickelt 1796 einen Impfstoff aus Kuhpocken, den er zur Inokulation nutzt. Trotz anfänglicher Skepsis in der Bevölkerung setzt sich die Methode dank der wirksamen Immunisierung durch. Später wird der Impfstoff verbessert und durch Vakzination eingebracht. Internationale Impfprogramme im 20. Jhdt., die von USA und UdSSR gemeinsam durchgeführt werden, zeigen durchschlagenden Erfolg. 1979 erklärt die Weltgesundheitsorganisation WHO die P. für ausgerottet. Damit gelten sie als die erste Krankheit, die von Menschen besiegt worden ist.

Vgl. Dobson 2009

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